Das Balafon

Das Balafon ist ein in Westafrika verbreitetes Xylophon und gehört zu den Selbstklingern (Idiophonen) der Familie der Schlaginstrumente. Es besteht aus Holz-Klangstäben und darunter befestigten Kalebassen (ausgehöhlten Kürbissen), die als Resonanzkörper dienen. Die Klangstäbe und Kalebassen sind in einen Rahmen aus gespaltenem Bambus und Ziegenhaut-Streifen gespannt.

Die erste Beschreibung des Balafons findet sich im 14. Jahrhundert im heutigen Westafrika. Heutzutage sind die Zentren der Balafon-Musik in Guinea und Mali. Dort wird die Spieltradition durch die Griots in erster Linie innerhalb der Kouyaté-Familie weitergegeben. Die Spielweise des Balafons wurde stetig weiterentwickelt.

Das Balafon wird in der Herkunftsregion üblicherweise bala oder balo genannt. Es wird vermutet, dass die Bezeichnung Balafon entweder eine Angleichung an europäische Sprachen in Verbindung mit dem griechischen Wortbestandteil phon (Stimme, Klang) oder auf den Ausdruck der Mandika bala fo (bala spielen) zurückgeht.

Die ursprünglichen Schlägel bestanden aus Hartholz und wurden am Ende mit dem Gummi eines Gummibaums oder mit Reifenschlauch umwickelt. Heutzutage nimmt man auch Schlegel aus industrieller Fertigung mit Köpfen anderer Materialien, wie z. B. Filz.

Balafone existieren in einer Vielzahl unterschiedlicher Größen und Anzahl von Klangplatten. So können zwischen 12 und 23 Klangplatten angebracht sein. Das größte beschriebene Balafon im Westen von Burkina Faso hat 23 Klangplatten und besitzt einen Tonumfang von über vier Oktaven. Der Tonumfang eines Balafons beträgt üblicherweise zweieinhalb bis dreieinhalb Oktaven. Die gebräuchlichsten Balafone sind pentatonisch gestimmt. Es gibt jedoch auch heptatonisch gestimmte Balafone, die nicht so weit von der Diatonik entfernt sind.

Stücke auf dem Balafon sind in ihrer Dauer sehr unterschiedlich. Sie können nur einige Minuten oder auch bis zu Stunden lang sein. Der Verlauf und das Ende des Stücks entwickeln sich meist während des Spielens. Dabei stehen Klang und Rhythmus in Kombination mit wiederkehrenden melodischen Clustern im Vordergrund.

Das Balafon wird auf vielen Veranstaltungen der Dorfgemeinschaften (Hochzeiten, Taufen) gespielt.

Adama Diabaté spielt Niangoya auf einem Balafon vom Typ “Sénoufo”