Rhythmus Veränderung – Jungendliche und Menschen mit Demenz entdecken Musik neu

Seit Anfang 2019 treffen sich alle zwei Wochen mittwochs Schüler*innen der 7. und 9. Klassen der Käthe-Kollwitz-Schule Kiel mit Menschen mit Demenz im musiculum. Bei diesen Treffen gestaltet eine musiculums-Musikpädagogin jeweils ein einstündiges Musikerlebnis, bei dem gemeinsam Musikinstrumente ausprobiert bzw. wiederentdeckt werden dürfen. Ziel ist es, Menschen mit Demenz zu aktivieren, Isolation zu überwinden und generationsübergreifende Kontakte herzustellen. Im Anschluss an das gemeinsame begleitete Musikerlebnis gibt es Kaffee und Kuchen.

Es handelt sich um ein Projekt des Kompetenzzentrums Demenz in Schleswig-Holstein in Kooperation mit folgenden Partnern:

  • Alzheimer Gesellschaft Kiel
  • AWO Beratungsstelle Demenz und Pflege
  • Stiftung Jovita/Projekt musiculum
  • Käthe-Kollwitz-Schule
  • Seniorenzentrum Kaiser-Wilhelm-Stift

Gefördert wird das Projekt durch Hand in Hand in Norddeutschland (NDR).

Einen lebhaften Eindruck vom Projekt vermittelt folgendes Video / folgende Slideshow:

"Rhythmusveränderung" Hinweis Urheberrechte: Bilder Anneke Wilken-Bober, Umsetzung Dustin Schnoor

 

Die Jury des Altenpflegepreises Schleswig-Holstein 2019 befand das Projekt für gut und platzierte die „Rhythmusveränderung“ unter die ersten Zehn

Durch eine gemeinsame Unternehmung mit den Angehörigen bzw. den Jugendlichen wird eine Hürde genommen aktiv Musik zu hören und zu gestalten. Der Austausch über die Musik fördert Selbstbestimmung und Selbstwirksamkeit. Dies wird beim anschließenden Kaffee und Kuchen deutlich. Alle aktiven Kooperationspartner kommen aus einem Quartier. Dadurch wird dieses gestärkt und ein Aufbau bedarfsgerechter Angebote wird unterstützt. Der Veranstaltungsort im „musiculum“ bringt viele Generationen zusammen. Während der Nachmittage sind weitere Räumlichkeiten in der Stiftung durch andere Zielgruppen genutzt, z.B. Sprachunterricht und Ferienprogramme. Dies fördert die Kommunikation und die Normalisierung des Lebens von Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen und bewirkt Enttabuisierung des Themas.